5.1Die CMMs sind NICHT für den Einsatz als Lastschalter ausgelegt
Die CMMs sind als empfindliche Messgeräte ausgelegt, die Ströme bis hinab zu 1µA messen können. Deshalb bieten sie nur wenig Schutz gegen Spannungsspitzen und haben keine integrierte Freilaufdiode oder andere Schutzbeschaltung, da eine solche Beschaltung unerwünschte Messfehler verursachen würde.
Wenn Sie Prüflinge (DUTs) ein- und ausschalten müssen, sollten Sie einen geeigneten Lastschalter wie z. B. ein Relais verwenden. Eine Empfehlung für zwei Prüflinge, die aus demselben Netzteil versorgt werden, ist in der folgenden Abbildung dargestellt. IRS unterstützt Sie bei der Suche nach einer geeigneten Lösung für Ihre Anwendung und bietet einen Lastschalter an, der direkt an das CMM-3CH angeschlossen werden kann. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an IRS.
Wenn Sie das CMM dennoch als Schalter verwenden müssen, sind mindestens zwei mögliche Probleme zu beachten:
5.2Maximale Nennspannung kann beim Abschalten induktiver Lasten überschritten werden
Wird eine induktive Last abgeschaltet, wird die in der Last gespeicherte Energie freigesetzt. Diese Energie kann eine Spannungsspitze verursachen, die die maximale Nennspannung des CMM überschreiten kann. Die folgende Abbildung veranschaulicht das Problem:
Wenn Sie das CMM schalten müssen, während eine induktive Last angeschlossen ist, müssen Sie zum Schutz des CMM immer eine Freilaufdiode an die Last anschließen. Wir empfehlen, das CMM NICHT als Lastschalter zu verwenden. Verwenden Sie stattdessen einen geeigneten Lastschalter.
5.3Negative Spannungsspitze beim Abschalten des Netzteils bei „offenem“ CMM
Die CMMs haben einen eingebauten Kondensator zur Glättung der Strommessungen. Ist ein CMM offen, entweder weil es nicht versorgt wird oder weil es in den Zustand „offen“ geschaltet ist, wird der Kondensator auf die Versorgungsspannung aufgeladen. Wird dann die Versorgungsspannung abgeschaltet, während das CMM noch offen ist, bleibt der Kondensator geladen und am Prüfling liegt eine negative Spannung an.
Die folgenden Abbildungen veranschaulichen das Problem:
Dieses Problem tritt vor allem bei Prüflingen mit hoher Eingangsimpedanz auf (zum Beispiel bei einem Prüfling im Sleep-Modus), die den Kondensator deshalb nicht schnell entladen können. Die negative Spannung könnte entweder den Prüfling oder ein angeschlossenes Messgerät wie das MesSy-II beschädigen.
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