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Kapitel 1 · CMM IV

Hardware

Die folgende Abbildung zeigt ein Blockschaltbild des CMM-IV und seine externen Anschlüsse.

Blockschaltbild: Spannungsversorgung, PC über Ethernet und CAN hinter der Isolationsbarriere, CMM-Steuerung mit Bereichsschaltern und Shunts in Reihe zwischen Prüflingsversorgung und Prüfling
Abbildung 1: CMM-IV HW-Übersicht

Allgemeiner Aufbau:

  • Das CMM-IV benötigt eine Spannungsversorgung von 12…24 V an PWR-CON/GND-CON.
  • Der Strompfad des CMM-IV muss wie in Abbildung 1 dargestellt in Reihe zum Prüfling (DUT) geschaltet werden.

Die Messwerte können auf eine der folgenden Arten ausgelesen werden:

  • Ethernet-TCP-Verbindung
    • Kontinuierliches High-Speed-Streaming mit 125 kS/s
    • Textbasiertes Protokoll mit Init-, Trigger- und Fetch-Befehl
  • CAN
    • Zyklische Nachricht (ID und Periode konfigurierbar), die den Mittelwert enthält
    • ISO-TP-Protokoll zum Auslesen von Mittel-, Minimal- und Maximalwert

Weitere Funktionen:

  • Das Modul kann über Ethernet (CMM-IV-GUI oder DLL) oder CAN (ISO-TP-Protokoll) konfiguriert werden
  • Dauerhafte Speicherung der Konfiguration im Flash-Speicher
  • Berechnung von Mittel-, Minimal- und Maximalwerten
  • Der Strompfad ist von der Elektronikversorgung und den digitalen Ein-/Ausgängen galvanisch getrennt (bis 150 V)
  • Erkennung von Rückstrom

1.1Pinbelegung der Steckverbinder

1.1.1Systemsteckverbinder

SchnittstelleSignalPinEmpfohlene LeitungBemerkungen
ModulversorgungPWR-CONC130,14 … 0,5 mm²
ModulversorgungGND-CONA13, A14, A16, A17, A18, A19, A200,14 … 0,5 mm²Mindestens 1 Pin anschließen
On/OffOn/OffA150,14 … 0,5 mm²
CANCAN_LB140,14 … 0,5 mm², verdrilltes PaarLeitung mit ca. 120 Ohm Impedanz
CANCAN_HC140,14 … 0,5 mm², verdrilltes PaarLeitung mit ca. 120 Ohm Impedanz
StrompfadCurr_In4x Hochstrompin: A1-A12, B1-B12, C1-C121…4 x 10 mm²Je nach anliegendem Strom 1 bis 4 Leitungen mit passendem Querschnitt jeweils für Eingang und Ausgang verwenden. Bei Strömen über 60 A alle 4 Pins sowohl für den Eingang als auch für den Ausgang verwenden.
StrompfadCurr_Out4x Hochstrompin: A21-A32, B21-B32, C21-C321…4 x 10 mm²Je nach anliegendem Strom 1 bis 4 Leitungen mit passendem Querschnitt jeweils für Eingang und Ausgang verwenden. Bei Strömen über 60 A alle 4 Pins sowohl für den Eingang als auch für den Ausgang verwenden.

1.1.2CAN-Frontsteckverbinder

Der CAN-Frontsteckverbinder ist eine Standard-D-Sub-9-Buchse (DE-9).

SchnittstelleSignalPinEmpfohlene LeitungBemerkungen
CANCAN-L20,14 … 0,5 mm²
CANCAN-H70,14 … 0,5 mm²
CANGND-EXT30,14 … 0,5 mm²

1.1.3Ethernet-Frontsteckverbinder

Das CMM-IV hat zwei Ethernet-Ports und einen integrierten Switch. Dadurch ist eine einfache Verdrahtung ohne zusätzlichen Switch möglich. Verwenden Sie für die Verdrahtung CAT5e- oder CAT6-Kabel.

1.1.4Gegenstecker zum Systemsteckverbinder

Die folgenden Komponenten können für den Gegenstecker im Prüfsystem verwendet werden. Benötigt wird ein Steckverbinder mit 8 Hochstrompins. Die folgende Tabelle enthält verschiedene Ausführungen zum Crimpen oder Löten von zwei Herstellern.

ArtikelAnzahlBestellnummerHerstellerBemerkungen
DIN41612 Type M 24+8109 03 224 6804Harting
DIN41612 Type M 24+81354 116ERNI
Hochstrompin809 03 000 6115HartingCrimpausführung
Hochstrompin809 03 000 6103HartingLötausführung
Hochstrompin8594 182ERNICrimpausführung
Hochstrompin8594 176ERNILötausführung

1.1.5Abmessungen

Das CMM-IV ist als Europakarte mit 160 mm x 100 mm ausgeführt, einschließlich einer Frontblende mit einer Breite von 25,4 mm (5 TE) und eines Standard-Steckverbinders nach DIN41612. Mit diesen Abmessungen passt es in standardmäßige 19-Zoll-Baugruppenträger und -Racks mit 3 HE.

Frontplatte und Platine des CMM-IV mit den Maßen 130 mm (3 HE), 25,4 mm (5 TE), 160 mm und 100 mm
Abbildung 2: Abmessungen des CMM-IV

1.2Technische Daten

1.2.1Umgebungsbedingungen

ParameterWert
Umgebungstemperatur im Betrieb5…50 °C
Lagertemperatur-20…70 °C
Luftfeuchtigkeit5…80 %, nicht kondensierend

1.2.2Strompfad

Abhängig von den anliegenden Strömen muss der Messstrompfad niederohmig verdrahtet werden, damit die Spannungsabfälle gering bleiben. Verwenden Sie also kurze Leitungen und so viele Hochstrompins wie möglich – sowohl für den Stromeingang als auch für den Stromausgang.

Jeder Hochstrompin darf maximal 40 A DC führen. Je mehr Hochstrompins (mit Leitungen großen Querschnitts) verwendet werden, desto geringer sind Spannungsabfall und Temperatur des CMM-IV.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
DC-Strom0100ABetrieb unter folgenden Bedingungen: - 25 °C Umgebungstemperatur ohne Luftströmung - 50 °C Umgebungstemperatur mit Luftströmung von ca. 2 m/s
DC-Strom im Worst Case160A25 °C Umgebungstemperatur mit Luftströmung > 6 m/s an Leistungsbauteilen und Steckverbinder
DC-Strom pro Hochstrompin40A50 °C maximale Umgebungstemperatur
Messbereich190AMax. 3 Sekunden
Einzelpulsstrom300AMax. 100 ms
Spannung am CMM-IV bei OFF36VDas Modul trennt den Strompfad, wenn PWR_Ext unter 5 V liegt oder On/Off auf Low-Pegel liegt
Leckstrom bei OFF020µABei 36 V
Spannungsdifferenz zwischen GND-CON/GND-EXT und Strompfad-150150VDer Grenzwert ergibt sich aus den Leiterbahnabständen auf der Leiterplatte. Die elektronischen Bauteile sind für mindestens 250 V spezifiziert
Ansprechschwelle der Rückstromerkennung501000mAAbhängig von Temperatur und Bauteilen
Rückstrom dauerhaft030A
Rückstrom Einzelpuls200AMax. 1 Sekunde.

1.2.3Modulversorgung

Schließen Sie die Spannungsversorgung für das CMM-IV zwischen PWR-CON und GND-CON an. Es wird dringend empfohlen, das CMM-IV nicht über die Spannungsversorgung des Prüflings zu versorgen.

Beachten Sie, dass der Strompfad getrennt ist, wenn keine Versorgung anliegt.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
Versorgungsspannung1126VPWR-CON gegen GND-CON
DC-Versorgungsstrom130mAVersorgungsspannung = 24 V, 1 Ethernet-Port aktiv
Einschaltstrom der Versorgung1,0AEinschaltstrom für ca. 1 ms bei dU/dt = 20 V/ms

Typische Stromaufnahme

Versorgungsspannung12 V24 V
Kein Ethernet-Port aktiv210 mA100 mA
1 Ethernet-Port aktiv280 mA130 mA
2 Ethernet-Ports aktiv350 mA160 mA

1.2.4DC-Genauigkeit

Die Genauigkeit des Moduls wird für Gleichströme verifiziert. Jedes Modul durchläuft bei IRS ein Kalibrierverfahren. Das Modul kann selbstverständlich nachkalibriert werden. Empfehlungen dazu finden Sie unter Kalibrierempfehlung.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
Genauigkeit unkalibriert0,52% vom MessbereichMax. in % des jeweiligen Messbereichs
Genauigkeit kalibriert0,21% vom MessbereichMax. in % des jeweiligen Messbereichs
Auflösung Messbereich 0100nABegrenzt durch das Ausgabedatenformat
Auflösung Messbereich 1404nA
Auflösung Messbereich 24,04µA
Auflösung Messbereich 340,3µA
Auflösung Messbereich 4403µA
Auflösung Messbereich 54,03mA
Auflösung Messbereich 646,8mA

1.2.5DC-Spannungsabfall

Der Spannungsabfall ist die Spannung zwischen Stromeingang und Stromausgang, gemessen am Steckverbinder des Moduls. Der Spannungsabfall an den Pins des Gegensteckers und an der Verdrahtung ist in den folgenden Werten nicht enthalten.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
Spannungsabfall bei 100 µA7080mVMessbereich 0
Spannungsabfall bei 1 mA7080mVMessbereich 1
Spannungsabfall bei 10 mA7080mVMessbereich 2
Spannungsabfall bei 100 mA7080mVMessbereich 3
Spannungsabfall bei 1 A90100mVMessbereich 4
Spannungsabfall bei 10 A100120mVMessbereich 5
Spannungsabfall bei 40 A4560mVMessbereich 6
Spannungsabfall bei 100 A120150mVMessbereich 6
Spannungsabfall bei 160 A200230mVMessbereich 6

1.2.6On/Off-Schnittstelle

Mit dem Digitaleingang On/Off kann der Strompfad des CMM-IV ein- oder ausgeschaltet werden.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
On/Off-Steuerung – Low = OFF-0,71,2V
On/Off-Steuerung – High = ON3,025V
Eingangswiderstand On/Off-Steuerung150kOhm0…3,3 V
Eingangswiderstand On/Off-Steuerung50150kOhm3,3…25 V

1.2.7LED-Bereichsanzeige

Das CMM-IV (ab Version 1.3) ist mit einer LED-Bereichsanzeige ausgestattet, die sich auf der Bestückungsseite des CMM-IV in der Nähe des Kühlkörpers befindet. Details siehe Abbildung 3.

Bestückungsseite des CMM-IV mit den markierten Bereichs-LEDs 0 bis 6 neben dem Kühlkörper
Abbildung 3: Position der LED-Bereichsanzeige

1.2.8CAN-Schnittstelle

Die integrierte CAN-Schnittstelle ist eine High-Speed-CAN-Schnittstelle mit FD-Unterstützung.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
Spannung an CAN_H oder CAN_L-1414VGegen GND-EXT
Dominanter Ausgangspegel an CAN_H2,453,3V
Dominanter Ausgangspegel an CAN_L0,51,25V
Rezessiver Ausgangspegel an CAN_H & CAN_L1,85V
Nominale Baudrate10010001000kbit/s
Daten-Baudrate100010004000kbit/s

Weitere Details finden Sie im Datenblatt des TCAN332 und unter Systemintegration – CAN.

1.2.9Ethernet-Schnittstelle

Das CMM-IV ist mit einem 3-Port-Gigabit-Ethernet-Switch ausgestattet. Zwei Ports des Switches sind mit RJ45-Buchsen auf der Frontplatte verbunden. Der dritte Port ist mit dem Mikrocontroller des CMM IV verbunden. Die Verbindung zwischen Switch und Mikrocontroller ist auf 100 Mbit/s begrenzt.

ParameterMin.Typ.Max.EinheitBemerkungen
Datenrate des Switches (von einem Port zum anderen)1000MBit/s
Datenrate des Mikrocontrollers100MBit/s

Weitere Details finden Sie im Datenblatt des KSZ9893RNX und unter Systemintegration – Ethernet-Verbindung.

1.3Systemintegration

Der folgende Abschnitt beschreibt die Hardware-Voraussetzungen der Kommunikationsschnittstellen. Hinweise zur Integration des Strompfads und der Spannungsversorgung finden Sie in den technischen Daten.

1.3.1CAN

Über die High-Speed-CAN-Schnittstelle können Messdaten ausgelesen werden.

Als Gegenstelle für die Datenerfassung kann jede High-Speed-CAN-Schnittstelle eines beliebigen Herstellers verwendet werden. Stellen Sie sicher, dass der gesamte Bus ordnungsgemäß mit zwei 120-Ohm-Widerständen an den beiden äußersten Enden des Busses abgeschlossen ist. Weitere Abschlusswiderstände sind nicht enthalten.

Es wird empfohlen, ein verdrilltes Leitungspaar mit einer Impedanz von 120 Ohm zu verwenden. Vergessen Sie nicht die GND-Verbindung. Es wird empfohlen, für die CAN-Kommunikation den D-Sub-9-Steckverbinder auf der Frontseite zu verwenden, da dieser GND-EXT nutzt, das direkt mit dem CAN-Transceiver verbunden ist. GND-CON am Systemsteckverbinder ist über einen EMV-Filter mit GND-EXT und dem CAN-Transceiver verbunden, was insbesondere bei hohen Baudraten zu Problemen mit der Signalintegrität führen kann.

Alle CMM am Bus müssen mit derselben Baudrate arbeiten und unterschiedliche CAN-IDs verwenden. CAN-ID und Baudrate können über das TCP-Textprotokoll oder über CAN ISO-TP konfiguriert werden und werden dauerhaft im Flash-Speicher gespeichert.

Für die Integration als einzelnes Modul in einen Prüfsystemaufbau fügen Sie bitte eine CAN-Gegenstelle mit einem Abschlusswiderstand von 120 Ohm hinzu. Das CMM-IV enthält einen 120-Ohm-Abschlusswiderstand, der per Software aktiviert oder deaktiviert werden kann.

Wenn mehrere CMM-IV an dieselbe CAN-Schnittstelle angeschlossen sind, muss der Abschlusswiderstand jedes CMM-IV deaktiviert werden. Am äußersten Ende des CAN-Busses muss ein einzelner Abschluss vorhanden sein.

1.3.2Ethernet-Verbindung

Die IP-Adresse kann in der GUI konfiguriert werden, die unter Konfigurationstool CMM-IV-GUI beschrieben ist. Außerdem kann die IP-Adresse mit einem DIP-Schalter auf dem CMM-IV geändert werden (siehe Abbildung 4). Abhängig von der Schalterstellung wird ein Offset zwischen 0 und 6 addiert. Stehen alle drei Schalter auf ON, verwendet das CMM IV seine Standard-IP-Adresse 192.168.222.21.

Beispiele:

In der GUI eingestellte IPSchalter 2^0Schalter 2^1Schalter 2^2OffsetResultierende IP
192.168.200.1OFFOFFOFF0192.168.200.1
192.168.200.1ONOFFOFF1192.168.200.2
192.168.200.3OFFONON6192.168.200.9
192.168.200.10ONONONStandard-IP verwenden192.168.222.21
Dreifach-DIP-Schalter IP-Setting neben der Ethernet-Buchse, rot markiert
Abbildung 4: Schalter zur Änderung der IP-Adresse

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